Hintergründe - Historie: Klang und Musik

Pythagoras ein Zeitgenosse Buddhas um 500 v.Chr., fand "Maß und Harmonie" in der gesamten Ordnung von Natur und Kosmos - und entsprechend im Menschen und seiner Psyche. Musik war für ihn das Symbol für das "fließende Gleichgewicht", was wir heute als ökologische Ordnung bezeichnen würden.

Aristoteles überlieferte seine Grundanschauung: "Die ganze Welt ist nur eine Harmonie und eine Zahl". Mathematik galt ihm als verbindung zwischen Geist und Schöpfung und nirgends lassen sich der Zusammenhang zwischen Physik und Metaphysik besser erkennen als in der Musik.

Vom Musiker erwartete er weniger Virtuosität als lebendige Umsetzung dieser Erkenntnis der "Weltgesetzlichkeit" in der Musik, weil darin ihre heilende Kraft, ihre reinigende Wirkung liegt. Wenn der ganze Kosmos diesen Gesetzen unterliegt, dann sollte auch der Mikrokosmos Mensch dadurch in Ordnung kommen.

Plato sieht in der identischen Struktur von Musik und Seele den Grund für die psychotherapeutische Qualität der Musik. Im Mittelalter befasste man sich mit Theorien zur Musik und hob die Übereinstimmung von seelischer und musikalischer Bewegung hervor.

Augustinus begründete den reinigenden Charakter der Musik damit, dass sie die Seele des Hörers anrege, die gehörte Harmonie auch in sich zu wecken.
Gehen wir in der Geschichte weit zurück, so sehen wir: Kunst, Heilung, Priestertum waren in den Anfängen der Kultur ursprünglich immer identisch.

 

Es gibt eine Linie des Schamanentums aus prähistorischer Zeit bis hin zu modernem Neoschamanismus, die zeigt, wie schon immer mit Klängen, Tönen, Musik geheilt wurde.

Der psychosoziale Bezug zur Musik kommt bei Konfuzius klar zum Ausdruck: "Die Musik steigt aus dem Menschenherzen empor. Wenn die Gefühle erregt werden, drücken sie sich in Tönen aus, und wenn die Töne bestimmte Formen annehmen ergibt das Musik. Darum ist die Musik eines friedlichen, blühenden Landes ruhig und freudig und sein Staatsleben geordnet.
Die Musik eines im Aufruhr befindlichen Landes zeigt Unzufriedenheit und Zorn, sein Staatsleben ist chaotisch, und die Musik eines zerstörten Landes zeigt Trauer und Sehnsucht nach den alten Zeiten, und das Volk ist betrübt."

Wenn wir hier an der Stelle von "Land" den einzelnen Menschen und seine Seele einsetzen, erhält dieses Zitat klare Aussagen über den Zusammenhang von seelischer Befindlichkeit und musikalischem Ausdruck.

Aus der uralten indischen Musiktradition kommen in unseren Tagen wesentliche Impulse für die Musiktherapie. Den indischen Tonfolgen (Ragas) werden bestimmte seelische Zustände zugeordnet. Ein permanenter Grundklang ist in hohem Maße dazu geeignet, sich einzustimmen, was Intuition und Meditation sehr förderlich ist.